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Charlotte, NC 28207

 
 
 

Die grüne Meerschlange

 

Ein Puppentheaterspiel für kleine Piraten von Annah Leicht, Charlotte in North Carolina USA im Juni 2008

 

Es begab sich vor langer Zeit in einem fernen Lande. Bei dem Land gab es viel, viel Wasser. Einen ganzen Ozean voll davon.  Und es gab ein Königreich. Ein Königreich mit der Königin Anneliese, der wunderschönen Prinzessin Sophie und der wunderschönen Prinzessin Karina.

Königin Anneliese gehörte das Schloss, das ganze Land  und alles, was sich darauf befand. Sie war sehr, sehr reich. Der Ozean aber gehörte der Königin nicht. Der Ozean gehörte vier tapferen Piraten.  Dem Piraten Sven, der Piratin Sophie, dem Piraten Erik und der Piratin Caroline.  Mit ihrem Piratenschiff gingen die Piraten bei Wind und Wetter auf große Fahrt.

 

Eines Tages passierte in dem Königreich ein großes Unglück. Früh am Morgen gingen die beiden Prinzessinnen, Sophie und Karina, am Strand spazieren. Nur am Rand natürlich, weiter hinein in das Meer durften die Prinzessinnen niemals gehen. Denn das hatte ihnen ihre Mutter, die Königin Anneliese, hunderte Male eingeschärft: „Nehmt euch in acht meine Töchter, das Meer ist sehr, sehr gefährlich.“

Aber eben an jenem Unglücksmorgen gingen die beiden Prinzessinnen, Sophie und Karina, weiter und tiefer in das Meer hinein als jemals zuvor. Sie entdeckten nur einen Meter im Wasser entfernt eine wunderschöne Muschel. Diese Muschel fanden die beiden so schön, dass sie sie unbedingt haben wollten. Aber bei jedem Schritt, den die Prinzessinnen auf die Muschel zugingen, wurde diese von der nächsten Welle wieder weiter ins Meer hineingezogen. Als die Muschel endlich zum Greifen nahe war, mussten sie mit ihren Köpfen  ganz unter Wasser tauchen, um sie aufzuheben. Doch da passierte das Unglück. Plötzlich war die furchteinflößende, unberechenbare Meerschlange da. Sie packte mit einem Mal, mit ihrem riesigen Maul gleich alle beide Prinzessinnen und zog sie mit sich fort in Tiefen des Meeres.

 

Die Königin Anneliese wartete an diesem Morgen vergebens auf ihre Töchter. Sie begann sich große, große Sorgen zu machen. „Was ist nur geschehen?“, fragte sie sich. „Wo sind meine Töchter? Da muss etwas Schreckliches passiert sein.“ Die Königin lief hinunter zum Meer. Doch am Strand fand die Königin die Prinzessinnen nicht. Nur ihre Fußspuren waren im nassen Sand zu sehen. Aber die Fußspuren der Prinzessinnen führten direkt ins Meer. Da bekam die Königin einen großen Schreck. Sie wusste, dass im Ozean eine fürchterliche Meerschlange lebte. Königin Anneliese war sehr, sehr traurig. Da berührte plötzlich etwas ihren Fuß, es war jene wunderschöne Muschel, die den beiden Prinzessinnen zum Verhängnis geworden war. Die Königin hob die Muschel auf und dachte bei sich, „Ach, du schöne Muschel, du hättest meinen Töchtern sicher gefallen.“ Plötzlich hörte sie eine Stimme. Sie schaute sich um, es war niemand zu sehen. Aber aus der Muschel, die die Königin in ihrer Hand hielt kam ein leises Rauschen und Wispern. Es war kaum zu hören und nur sehr schwer zu verstehen. Doch als die Königin die Muschel ganz nah an ihr Ohr hielt, hörte sie, wie sie sagte: „Wirf mich bitte wieder zurück ins Meer. Ich kann nicht leben hier an Land. Aber ich kann dir helfen, deine beiden Töchter wiederzubekommen. Kennst du die 4 furchtlosen Piraten Caroline, Sven, Eric und Sophie. Tag und Nacht, kreuzen sie bei Wind und Wetter durch das Meer.  Ich habe gesehen, wie die Meerschlange, deine beiden Töchter in die Tiefen gezogen hat. Vielleicht können die Piraten dir helfen deine Töchter zu befreien. Bitte, wirf mich zurück ins Meer, und ich verspreche dir, die Piraten zu fragen.“

Königin Anneliese war begeistert von diesem Vorschlag. Sie versprach der Muschel, dass sie den Piraten einen großen Schatz geben wird, wenn sie ihre Töchter retten. Und zugleich warf die Königin die Muschel zurück ins Meer.

 

Die Muschel hielt ihr Versprechen und ließ sich schon mit der nächsten Welle zum Piratenschiff tragen. Auf dem Piratenschiff herrschte Langeweile. Seit Tagen war nichts passiert. Keine Flaschenpost mit einer Schatzkarte war vorbeigeschwommen und kein  Segel musste gehisst werden. Plötzlich sahen die Piraten vom Schiff aus die wunderschöne Muschel im Meer treiben.

„Bevor wir gar nichts haben“, dachten sie sich, „holen wir uns diese schöne Muschel an Deck.“ Gesagt getan, war die Muschel schon bald genau da, wo sie hinwollte. Sie erzählte den Piraten von dem Unglück, das den beiden Prinzessinnen passiert war und das die Königin den Piraten einen großen Schatz geben wird, wenn sie ihre Töchter retten würden. Die Muschel wisperte: „Ich werde euch helfen das Versteck der Meerschlange zu finden. Werft mich nur bitte wieder zurück ins Meer, denn nur dort kann ich leben.“ „Wie weit ist es denn bis zu der Meerschlange?“, fragten die Piraten.

„Das Versteck der Meerschlange ist 12 Wellenberge von hier entfernt.“, sagte die Muschel.

Wellenberg um Wellenberg ließen die Piraten hinter sich. „Jetzt sind wir da.“, sagte die Muschel.

Die Piraten blickten sich um. Es war überall nur Wasser zu sehen. „Hier ist keine Meerschlange“, sagten sie zur Muschel.„Sie ist unten in den Tiefen des Ozeans, dort lebt sie. Ihr müsst sie 3 Mal ganz laut rufen.“

Und die Piraten riefen: „Meerschlange, Meerschlange, Meerschlange“

Auf einmal tauchte die Meerschlange vor ihnen auf. „Was wollt ihr von mir?“

„Hast du die zwei Prinzessinnen mit zu dir in die Tiefe gezogen?“, fragten die Piraten. „Ja, das habe ich. Ich bin so alleine und mir ist so oft langweilig, da habe ich die beiden Prinzessinnen mitgenommen.“, sagte die Meerschlange.

„Aber die Königin vermisst ihre Töchter und ist sehr, sehr traurig, seitdem sie weg sind. Wenn wir sie ihr zurückbringen, bekommen wir einen großen Schatz geschenkt.“, sagten die Piraten. „Und was bekomme ich, wenn ich euch die Prinzessinnen gebe? Wenn die beiden weg sind, bin ich wieder ganz alleine und habe keinen mehr, mit dem ich mich unterhalten kann. Ich gebe sie euch nur, wenn ich dafür jemanden anderen bekomme.“, sagte die Meerschlange. Die Piraten überlegten und überlegten, wer sollte für die Prinzessinnen zu der Meerschlange in die Tiefe gehen. Da viel ihr Blick auf die wunderschöne Muschel, die noch immer an Bord ihres Schiffes lag. „He Muschel. Warum gehst du denn nicht zu der Meerschlange. Ihr könnt doch beide nicht an Land leben.“ Und die Muschel antwortete: „Ich gehe gerne zu der Meerschlange. Wir wären dann beide nicht mehr so allein.“ Und so fragten die Piraten die Meerschlange, ob sie die Muschel gegen die beiden Prinzessinnen eintauschen würde.

Die Meerschlange war mit dem Tausch einverstanden. Es dauerte keine 5 Minuten, und sie tauchte mit den Prinzessinnen vor dem Schiff der Piraten auf.  „Hier sind die beiden Prinzessinnen und jetzt möchte ich meine Muschel haben.“

Die Piraten hielten ihr Wort. Die Meerschlange und die Muschel verschwanden glücklich in den Tiefen des Ozeans.

Die Rückfahrt der Piraten und der Prinzessinnen zum Königreich dauerte 28 Tage.

Als sie die beiden wunderschönen Prinzessinnen, Karina und Sophie, der Königin Anneliese zum Schloss brachten, wurde ein großes Fest gefeiert. Die Piraten bekamen  einen riesigen Schatz. Und mit allen gemeinsam sangen die Piraten ihre Hymne:

 

 

Sei doch mal wie ein Pirat,

Komm doch mit auf große Fahrt.

So etwas erlebst du nie,

Nur in deiner Phantasie.

Segel hissen, Anker los

Unsre Reise wird famous.